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15 Studenten der Fh Münster sind im letzten Semester den Spuren des quick brown fox gefolgt.

Wie schon angeteasert, das Output der Studenten geht über das Maß unserer bisherigen Schrift­-gestaltungskurse hinaus – kein Wunder bei 2 × 3 Tagen Workshop, Hausarbeit und jeder Menge Engagement der Teilnehmer. Aus diesem Grund werden folgend auch alle entwickelten Schriftentwürfe von jedem Studenten persönlich gezeigt und beschrieben.

Kalex


Alexandra Blome: Meine Schrift soll eine eine kalligrafische Grotesk-Schrift werden. Typisch kalligrafische Schriften sind in der Regel Schreibschriften, da sie von Hand geschrieben werden. Bedingt durch verspielte und zierende Elemente leidet teilweise stark die Lesbarkeit. Ich möchte diesen Schreibschriftstil zu einer kompakten und klassischen, gut lesbaren Druckschrift verarbeiten, ohne dass die Anmutung der Kalligrafie verloren geht.

Lüttgens


Charlotte Engels: Die Handschrift meiner Großmutter ist von drei verschiedenen Normschriften geprägt. 1941, dem Jahr ihrer Einschulung, wurde Sütterlin von der lateinischen Schreibschrift als Normschrift ersetzt, sodass Christel die lateinische Ausgangschrift schreiben, als auch Sütterlin zu lesen, lernte. Als Grundschullehrerin unterrichtete sie zudem die von der lateinischen Ausgangschrift abgeleitete und vereinfachte Ausgangschrift. Von Jeder dieser Normschriften lässt sich ein Teil in Christel Lüttgens Schriftbild entdecken, was ihrer Schrift eine einzigartige Dynamik und Lebendigkeit verleiht.
Um die Handschrift meiner Großmutter bestmöglich wiederzugeben nahm ich den Duktus des Kugelschreibers, mit dem meine Oma stets schrieb, mit in die Gestaltung der Schrift auf. Mittels von Effekten in Illustrator erhalten die Buchstaben die Textur eines Kugelschreibers, aufgeraute Kanten und ein in der Helligkeit variierender Strich.
Die Lüttgens – Handschrift ist vornehmlich für eine Schriftgröße von 12- 20 Pt konzipiert, um die Größen einer mit der Hand geschriebenen Schrift nicht zu verlassen.

Treuebruch


Christian Büschenfeld: Die hier gezeigte Schrift ist eine gebrochene Monoline. Sie ist zu Teilen direkt abgeleitet von der Fette Fraktur von Johann Christian Bauer aus dem Jahre 1850. Sie wurde dahingehend verändert, dass das eigentlich hervorstechende Merkmal der Frakturschriften, nämlich der markante Bruch, der durch die Führung der Feder entsteht, etwas in den Hintergrund rückt. Hierdurch soll ihr eine moderne Anmutung verliehen werden, die bei den meisten gebrochenen Schriften eher nicht gegeben ist. Sie soll sich aber nicht völlig von den bestehenden Merkmalen einer Fraktur abwenden. Die Idee zu diesem Konzept entstand aus der Kombination der Fette Fraktur und der Rockwell, einer Slab-Serif von 1934. Diese Verbindung einer sehr traditionell und altehrwürdig anmutenden Fraktur und einer doch recht modernen Egyptienne mit ihrer gleichbleibenden Strichbreite stellte sich als sehr reizvoll heraus.
Die Buchstaben orientieren sich schon vorrangig an den Formen der Fraktur, wurden jedoch teilweise, vor allem bei den Versalien, vereinfacht. Das charakteristische lange s wurde als Glyphe hinzugefügt, Standard ist allerdings das normale kleine s. Außerdem enthält der Zeichensatz einige Ligaturen, unter anderem auch das fraktur-typische doppelte lange s.

disc — Rund um Gerade

Christin Dümmermann & Sarah Thorwesten: Die Idee war eine Schrift zu entwickeln, die ähnlich Paul Renner’s Futura stark geometrisch ist. Der Kreis und die Linie sind die prägnanten Gestaltungselemente. Orientiert an der Futura charakterisiert sich die »disc« durch wenige Ecken und viele Rundungen. Diese Schrift wird aufgrund der stark geometrischen Anmutung als Headline-Schrift eingesetzt.
Der Name »disc« stammt aus dem englischen Wort für »Platte, Drehscheibe«, also einem rundem, beweglichem Körper bzw. Gegenstand. Diese Dynamik spiegelt auch in den einzelnen Zeichen wieder – ein geometrisch-konstruierte, runde Form mit moderner Anmutung.

GTK


Clemens Piechocki: Gotik – die Architekturepoche des Mittelalters. Was macht eine Gestaltung aus, die fast ein halbes Jahrtausend bestand hatte und selbst in der Neuzeit noch zitiert wird? Nicht weniger als dieser Frage wurde während des Projekt GTK vor dem Hintergrund einer Schriftgestaltung auf den Grund gegangen. Die GTK ist eine Schrift, die auf den wesentlichen Gestaltungsgesetzen der Gotik basiert – und das Ergebnis ist überraschenderweise keine verspielte Antiqua, sondern eine geometrische Grotesk.

»Arbeitstitel«


Henning Trenkamp: Meine Idee war es, eine Grotesk zu schaffen, die Funktionalität und Individualität vereint. Natürlich sollte das bei jeder guten Schrift so sein, aber mein Entwurf sollte etwas individueller sein. Stilvoll und zurückhaltend wie ein englischer Butler. Ich spendierte einige Zeichen eine eigentümliche Kante, die den Buchstaben eine diagonale Betonung verleiht. Im späteren Satz sollen neben den lateinischen Zeichen auf jeden Fall auch die kyrillischen enthalten sein.

Ziboy


Janina-Mercedes Weber: Meine Schrift Ziboy vereint durch den Einfluss der Art Deco Epoche eine konstruierte Schrift die ornamentale und geometrische Züge enthält. Jedoch erinnern ihre Schwünge an die Kalligraphie vergangener Tage, wo mit sie sich von anderen Schriften dieser Art abgrenzt. Vor allem ihre dreidimensionale Anmutung verleiht ihr einen eleganten und trotzdem verspielten Charakter. Diese drei Komponenten kreuzte ich in der Ziboy, dadurch lässt sie sich besonders gut als spannende Headlineschrift einsetzen.

Bandita


Laetitia Korte: Die Bandita ist eine Schrift deren einzelne Mitglieder durchaus in der Lage sind, typographische Verbrechen zu begehen und Gesetze zu brechen.  Mit ihren abgerundeten Ecken und Kanten ist sie sonst aber ne’ ganz Nette.
Zu vielen Mitgliedern der bandita auf einmal zu begegnen sollte vermieden werden. Lange Texte sind einfach nicht ihr Ding. Der Leittragende ist in diesem Fall immer derjenige, der dem gruseligen Schauspiel gerade zusehen muss.
Am Besten arbeitet sie mit ausgewählten Kollegen zusammen. Treffen die Falschen aufeinander kann das ganz schön ins Auge gehen.
Sorgsam eingesetzt kann man mit ihr Pferde stehlen oder Fahrräder oder… Sie ist noch jung und braucht Zeit um eine von den Guten zu werden. Es wird um Verständnis für gelegentliche Fehltritte gebeten.

Jungbruch


Marie-Therese Schlierkamp: Die jungbruch ist eine serifenlose Headlineschrift im Regular-Schnitt, deren Schriftbild durch ihre Brüche, daher auch der Name, leichter als andere Regular-Schnitte wirkt.
Bedingt wird dieser Effekt einerseits durch die Verjüngungen der Strichenden, welche sich namentlich im 1. Teil der Schrift wiederfinden und zum Stammstrich hin mit einem Bruch abschließen. Der Stamm selbst wird an dieser Stelle jedoch nicht verändert. Lediglich seine Abschlüsse, als ein weiteres Schriftmerkmal, weisen gekehlte Enden auf. Die Diagonalen V-Z sind in den Gestaltungsrichtlinien Sonderfälle, da sie nicht gebrochen werden. Des Weiteren besitzen o und s zur besseren Einfügung in das Schriftbild einen minimal höheren bzw. tieferen Abschluss bei den Rundungen, sind also ein wenig größer.
Die jungbruch wirkt in der Ausgestaltung ihrer Formen elegant, schlicht und leicht. Sie kann unter anderem in den Bereichen Kunst, Mode, Architektur oder Tanz als Headlineschrift zum Einsatz kommen.

Glaube-Liebe-Hoffnung


Nastasia Urgaz: Zu Beginn des Workshops wollte ich eine klassische Handwritten Font entwickeln, die so aussieht, als wenn man sie selbst geschrieben hat. Dies ist mir allerdings nicht so gelungen wie ich mir das vorgestellt habe, auf den nächsten Seiten sind einige Skizzen zu sehen. Ich habe mich dann für meine eigene Handschrift entschieden, weil Ich sie gerne verwende und Sie so schön unauffällig auffällig ist.
Das besondere an dieser Schrift ist, das Sie keinen geraden Strich hat, sondern den typischen Charakter, wie wenn man mit einem Stift schreibt, so dass die Farbe leicht ausläuft und der Strich leicht verwackelt ist. Sie ist perfekt für Überschriften, aber auch für Plakate wo man nicht direkt die Informationen erkennen muss. Sie ist nicht für einen Fließtext gedacht.


helio (Light / Italic)


Philipp Rafler: Die Grundidee für die »helio« entstand aus der Betrachtung meiner eigenen Handschrift. Nicht derjenigen die ich benutze wenn ich mal schnell ein paar Notizen mache. Ich meine die sogenannte »Schönschreibschrift«. Bei vielen Menschen ist es die Schreibschrift die sie damals in der schule lernten. Bei mir handelt es sich um eine sehr gerade und geometrische serifenlose Grotesk mit übernatürlich langen Ober- und Unterlängen. Sie ist sehr fein da ich meist einen dünnen Tuschezeichner benutze um sie auf das Papier zu bringen.
Mir war schon nach kurzer Überlegung klar, dass ich diese Schrift gerne digitalisieren wollte. Deshalb legte ich mir die Bedingungen für die Ausarbeitung relativ schnell fest:  Eine schmale händische serifenlose Grotesk mit gestreckten Ober- und Unterlängen.
Die kleine Besonderheit des Entwurfs sollte ein geschwungener Abstrich sein, welcher für eine eher privatere Note sorgen sollte. Auch hatte ich den Wunsch dass man der »helio« ihre handschriftliche Herkunft erkennt.
»helio« besteht bis jetzt nur aus Minuskeln, jedoch sind Majuskel und die Sonderzeichen des Unicodes in Arbeit.

Manuskel


Philipp Weltring: Eine Buchstabenkombination aus Minuskeln und Majuskeln. Die Besonderheit der Schrift liegt in der Formgebung der Buchstaben.Jeder Buchstabe beinhaltet sowohl Elemente aus Groß – als auch Kleinbuchstaben, daher wirkt jeder Buchstabe für sich durchkonstruiert und individuell. Durch die geometrische blockige Form der einzelnen Buchstaben, passen sie trotzdem einheitlich zusammen und ergänzen sich in ihrem Gesamtbild.
Die Manuskel besteht ausschließlich aus Großbuchstaben, die aber auch durchaus als Kleinbuchstaben gesehen werden können. Darin liegt der Spaß jeder kann sich aussuchen ob es für ihn mehr Majuskel als Minuskel ist oder andersherum.
Fast jeder Buchstaben, wie z.B. das “A” durchbricht durch kleine Formelemente das Blockschema unterschwellig und verhindert somit, dass die Schrift in eine Leichenstarre fällt …
Da die Minuskel eine sehr starke Strichstärke hat kann man sie gut als Headlineschrift einsetzen oder für das Konstruieren von Wortmarken und Logos verwenden.

nordlicht


Sarah Brockmann: Die Handschrift sollte [...] ein Prüfstein und das wache Gewissen sein, um die Schriftform vor der Erstarrung zu bewahren. (Hermann Zapf). Die nordlicht ist der Versuch, nach diesem Prinzip zwei Schriftformen zu vereinen – serifenlose Formen mit den ästhetischen Aspekten einer Handschrift. Mein Ziel war es, das Werkzeug und die Schreibbewegung – die eigentlichen Grundsteine einer Schrift, in die Formgebung mit aufzunehmen.

egopop


Sebastian Tristan Konrad: Die Schrift egopop ist eine moderne Fraktur. Durch ihren rasterbasierten und somit geometrischen Aufbau bietet Sie einen klaren Kontrast zu dem runden, federbasierten Aufbau der klassischen Frakturschriften. Die egopop schafft es die Fraktur in eine moderne Form zu bringen und nimmt ihr somit den negativen Beigeschmack den die Fraktur in unserer Gesellschaft angenommen hat. Ihre extremen Ober- und Unterlängen qualifizieren sie als Headlinefont, die besonders in längeren Wörtern besticht.

Estampilla


Sören Mehrtens: Da ich seit einiger Zeit in einem Geschäft für Textilbedruckung arbeite und aus diesem Grund auch zwangsweise viel Zeit mit Schriften verbringe, habe ich mir erst einmal Gedanken über die Schriftfamilie gemacht, die ich im Laufe Entwicklung ansteuern möchte. An dieser Entscheidungskreuzung habe ich mich dann in die Richtung einer Stempel-Schrift gewandt, da ich diese aus gleich mehreren Aspekten heraus reizvoll fand. Erstens muss sie technischen Anforderungen genügen, da Stempel-Schriften keine geschlossenen Punzen aufweisen dürfen, weil diese bei einer Schablone beispielsweise herausfallen würden und nur mit viel Aufwand an Ort und Stelle gebracht werde könnten.
Nach den eher groben Skizzen waren dann die etwas genaueren Zeichnungen auf dem Millimeterpapier dran. Auf diesen konnte man Formen das erste mal definieren und sich auf in der Schrift festlegen. Jedoch stieß ich schnell an einige Problematiken. Sobald bei meinem ersten Entwurf Rundungen angedeutet wurden, waren diese schwer von Anderen zu unterscheiden. Aus diesem Grund und um der Schrift ein wenig Dynamik zu verleihen musste ich einige Kleinigkeiten verändern.