Konzept

Die  Schrift »ARGONAUTE« ist eine Interpretation der Anweisungen aus Albrecht Dürers »Underweysung der messung mit dem zirckel und richtscheyt«, einem Kompendium geometrischer Überlegungen, das er 1525 in Nürnberg drucken lässt. Sie enthält unteranderem ein Unterkapitel zur geometrischen Herleitung römischer Versalien. Da diese Anweisungen bei strenger Einhaltung zu Formen führen, die optisch unausgeglichen sind, sollen die Zeichnungen nur eine Orientierung zu Proportion und Verhältnis in sich und zueinander geben. Dies erscheint jedoch legitim, da Dürer selbst in seinem Vorwort die Absicht erklärt, lediglich eine Orientierung bieten zu wollen, die möglicherweise zur weiteren Beschäftigung mit der Materie führt. Sie stellt also eher einen konzeptionellen Grundriss dar, auf dessen Grundlage eine römische Versalschrift entstehen könnte.

Name

Der Name ARGONAUTE bezieht sich zum einen auf die griechische Mythologie, deren Interpretation und Symbolik in der Renaissance eine wichtige Rolle spielt; zum anderen soll die Zeichenkombination einen Einblick in den Schriftcharakter gewähren.

Entwurfsprozess

In den einzelnen Abschnitten der zu konstruierenden Glyphen legt sich Dürer selten auf eine allgemeingültige Form fest, sondern bemüht teilweise die »Hand« des Interpreten oder stellt Alternativformen vor.

»Darumb must du disen zug von der hand ziehen / vnd sein ausschweyffung wolgestalt piß in den winckel .d. fueren.«

Zeichensatz

Dem klassisch-römischen Alphabet entsprechend fehlen bei Dürer die Ausführung des .J., des .U. und des .W., jedoch fügt er seinen Ausführungen die Herleitung des .Z. hinzu. Mit Hilfe der Konstruktionsprinzipien ist es möglich die fehlenden Zeichen zu ergänzen.