Ceebo, der Name der Schrift, setzt sich aus den erstgezeichneten Buchstaben zusammen, diese sollten den Charakter der Schrift formen; die Schrift wurde 2009 an der Fachhochschule Potsdam begonnen.

Konzept

Wärend der Arbeit an einer Schrift wächst nicht nur das grafische Feingefühl, sondern auch der Respekt vor jedem Zeichen. Besonders interessant war es, sich darüber im Klaren zu werden, das nicht nur jede Schrift, sondern auch jedes Zeichen – obwohl sich einige ähneln – ganz eigene typografische Probleme lösen müss. Deshalb habe ich bei meiner Arbeit stehts versucht die individuellen Probleme und Aufgaben jedes Zeichens zu berücksichtigen. Hier ein anderes Detail; dort ein gröberer Einschnitt usw. Nach gefühlten tausend Ausdrucken und etlichen Formvarianten gelang es doch eine einheitliche Schrift zu schaffen, die trotzdem stehts flexibel bleibt. Mir bereiteten besonders die vielen Ligaturen und Alternativ-Varianten Probleme, da sie den Arbeitsaufwand stehts vervielfachten.

Die Ceebo ist eine freundliche Serifenlose, die Merkmale von humanistischen Serifenlosen und American Gothics aufweist. Die Schrift wurde inspiriert von Schriften wie Meta oder Luc(as) des Groots Corpid. Sie behält etwas mehr vom Schreiben und besitzt einige Formen und Merkmale einer Kursiven. Die Schrift wurde so konzipiert, dass sie auch bei kleinen Schrifgraden lesbar bleibt: Neben möglichst offenen Punzen, einer großen x-Höhe, sowie ausgeprägten Einschnitten, sind besonders die Details in den Zeichen ausschlaggebend für die Erkennbarkeit. Sie ist im »Regular-Schnitt« etwas leichter gezeichnet als andere Serifenlose, zudem wurden ihre Sonderzeichen, Akzente oder besonders kleingradige Glyphen den Bedingungen in kleinen Graden angepasst, indem sie größer und offener gezeichnet sind. Die dadurch auftretende »Schroffheit« wird durch leicht angerundete Strichenden und die Betonung der An- und Abstriche gemildert. Aufgrund der Familiengröße ist sie für die verschiedensten typografischen Aufgaben geeignet; vom Marginaltext bis zur Plakatypo.

Besonderheiten

Die Schrift bietet einige Alternativen. Sie beinhaltet Ligaturen und bedingte Ligaturen (von denen einige im Feature unterdrückt wurden). Sie beinhaltet gleichwertig ausgebaute Kapitälchen. Dazu hat sie für den Versal-, Kapitälchen- und Minuskelsatz angepasste Ziffervarianten und Sonderzeichen, die per OpenType-Feature intuitiv reagieren. Die Ceebo hat diakritische Zeichen des Latin 1 Satzes; Schriftausbau für Latin Western, Central und Eastern Europe, Skandinavisch, sowie Türkisch. Sie ist komplett programmiert und besitzt die nötigen Opentype-Feature-Einträge, sowohl für Indesign, als auch Illustrator. (hist, frac ,onum, smcp, salt, ss01-ss13, titl, dlig, liga, numr, sups, case, cpsp)

Hamburgfontesiv…

Zeichensatz

(Stand 2009-juni_2011)

Die Schrift ist vollständig (und sinnvoll :]) zugerichtet und gekernt. Außerdem besitzt sie ein »Grund-Hinting«. Nächste Schritte wären, den diakritischen Zeichensatz wenigstens für einige Länder zu vervollständigen (polnisch geht auf jeden Fall schon mal). Eine Wissenschaft für sich wird es sein, das Kerning so umfangreich wie nötig, jedoch so gering wie möglich zu halten, man muss sich mal informieren welche Kombinationen es wirklich nirgends nie gibt. Fontlab ist bereits geöffnet, um sich an die Kursive-Versionen zu machen. Zuzeit besitz die Ceebo Sechs Schnitte: Regular, Book, SemiBold, Bold, ExtraBold und Black.

*Update 01-juni_2011

Information & Kauf

5 Kommentare

  1. Jakob Runge, am

    leider geht der »erhältlich über«-link noch nicht.
    sorry, for broken »available at«-link.

    get »Ceebo« here:
    http://new.myfonts.com/fonts/olivermatelowski/ceebo/

  2. Christian Groß, am

    Eine sehr schöne Schrift! Ich freue mich sie bald auf myFont zu sehen :) Mach so weiter Olli!

  3. Jakob Runge, am

    fast schon unheimlich wie gut die schrift konstruiert ist und wieviele otf-features sie hat! :-)

    eine anmerkungen hätte ich allerdings noch:
    -> die übergänge der ligaturen (‘qu’, ‘ck’, ‘sp’ etc.) sind sehr dünn, zu dünn für meinen geschmack bei einer ansonsten sehr gleichmäßigen humanistischen sans. ähnliches dann auch beim ‘Q.swash’.
    beim ‘e’ (und ampersand.alt2) sowie ‘a’ könnte der horizontale strich auch etwas dicker (zumindest vor dem übergang in den stamm) gerade wenn man ihn mit andern horizontalen biegungen vergleicht (wie z.b ‘n’).

  4. Oliver Matelowski, am

    soweit das nicht der fleckenbildung vorbeugt, hast du völlig recht, ist halt blöd in kleinen größen.

    Aber ich bin dankbar für jedes auge und jeden rat:)

  5. tilman, am

    Ich möchte das scharfe S heiraten. Ja, alle drei.

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