KONZEPT

Eine Schrift; die durch Klarheit besticht, unaufdringlich und dennoch elegant dem Auge schmeichelt, sowie mit feinen Serifen die Lesbarkeit unterstützt und dennoch offen genug, die Luft zum Atmen lässt. Der konstruierte Charakter wird durch charmante Details ergänzt, welche einen unverwechselbaren Ausdruck und Persönlichkeit geben. Dies führt zu einer wenig technischen Gesamtanmutung. Eine exklusive Proportion ergibt eine schmale Form, die keinesfalls eingeengt wirkt – eine angenehme Eigenschaft für schmale Spaltenbreiten. Die einzelnen Zeichen folgen dem Konzept der klaren Gestaltung – so sind Öffnungen weit genug und dennoch ergibt sich ein ausgewogenes Ganzes.
Die Muriza ist eine serifenbetonte Linear-Antiqua, dabei hebt sie sich in Ihrem Charakter deutlich von anderen Serifenbetonten ab. Die Serifen tragen nicht auf und sind an entscheidenden Stellen zurückgenommen um die Leichtigkeit der Schrift zu steigern. Das Hauptaugenmerk liegt im Bereich der Printmedien – gut leserlich in kleinen Schriftgrößen, sowie genügend Spannung und Ausdruck in großen geben der „Muriza“ ihre Vielseitigkeit.


IDEE

Ausgangspunkt war die von mir sehr geschätzte DIN, welche aufgrund ihrer Klarheit und ihrer Logik sehr beliebt ist. Da ich Serifen-Schriften generell weniger verwende, war es für mich wichtig, in diesem Projekt bewusst auf Serifen einzugehen. Somit war die Richtung eine ganz eindeutige – eine klare und verständliche Schrift, die gut strukturiert, zeitlos und über Modetrends erhaben ist. Auf schmückende Details sollte ebenso verzichtet werden, wie auf mutige Eyecatcher und aufdringliche Eigenheiten. Anfangs hatte ich das Ziel mal als den „guten Freund“ beschrieben – vielleicht nicht immer der Font, mit dem man alle Abenteuer macht, aber einer der immer für einen da ist und auf den man sich immer verlassen kann. Weiters sollte die Schrift auch mit der DIN harmonisieren und natürlich auch für Mengentext gut nutzbar sein – wo, wenn nicht in diesem Bereich sind Serifen eine besonders gute Wahl.

IM PROZESS

Alle Zeichen wurde sorgfältig erst per Hand gezeichnet und nach zahlreichen Optimierungen und Varianten, ziemlich flott digitalisiert. Die Tücke dabei lag beim feinen Strichstärkenkonrast und bei den harmonischen Übergängen von beispielsweise Rundungen und Punzen in den Stamm …

ZEICHENSATZ

BESONDERHEITEN


Das kleine „l“ hat eine Kurve am Fuß.  Zum einen soll dies eine Verwechlsung mit dem großen „I“ und einer „1“ verhindern, des weiteren aber auch dem gesamten Schriftbild einiges an Schwere nehmen.

Das kleine „k“ zeigt sich ohne eine Berührung von Schenkel und Stamm – eine markante Note wie auch ein leichterer Charakter schmeicheln dem Auge.

Das kleine „g“ hat zwei Augen – auch hier gilt der Gedanke der Harmonie und Leichtigkeit. So bietet diese g-Form neben der besonderen Wiedererkennung auch mehr Rundung und durchbricht eine mögliche statische Verknüpftheit vergleichbarer Schriften.

NEXT STEPS

Weil ein Schnitt alleine dann doch häufig zu wenig ist, sollen noch weitere Schnitte folgen, vor allem eine Muriza Slaka (= Italic) wäre eine schöne, nächste Herausforderung … Aber bis dahin wird am ersten Schnitt noch gefeilt und gekernt.

Schriftentwurf im Sommersemester 2011* & Weiterentwicklung im Wintersemester 2011/12, an der HAW Würzburg, Fakultät Gestaltung, bei Prof. Gertrud Nolte. *Mit kompetenter Unterstützung durch Volker Schnebel von URW++.