Konzept

Bei dem Entwurf »noris« handelt es sich um die Ausführung einer von Albrecht Dürer konstruierten Textur-Schrift, die er in seiner »Underweysung der messung mit dem zirckel und richtscheyt« – einem Kompendium geometrischer Überlegungen, das er 1525 in Nürnberg drucken lässt – beschreibt. Anders als bei den Erklärungen zu einer römischen Kapitalschrift verfährt Dürer hier methodisch und beginnt mit dem .i.

»darumb das schier alle pustaben darauß gemacht moegen werden / doch muß man jm etwan zuo geben oder nemen.«

Name

»noris« ist der allegorische Name Nürnbergs, der Geburts- und Wirkungsstadt Dürers.

Entwurfsprozess

Die Entwürfe orientieren sich stark an den Originalanweisungen und erhalten dadurch ihren stark ausgeprägten, gotischen »Condensed«-Charakter.

Zeichensatz

Dem Kleinbuchstabensatz fehlt lediglich das .j.; angeleitet werden aber zusätzlich Alternativen zu .r. und .z. sowie ein langes .s..

Dass Dürer lediglich die Minuskeln erklärt, mag daran liegen, dass die Versalien der gotischen Schrift viel geschwungener sind und Zierelemente beinhalten, die sich nicht für eine geometrische Herleitung eignen.